Reger Austausch über Praxisbeispiele zur Jugendbeteiligung in Sachsen-Anhalt und Beiträge für EU-Konsultation

Dialogforum "Politische Partizipationsangebote für Jugendliche stärken"

Am 19. Januar 2015 nahmen 40 Personen am Dialogforum “Politische Partizipationsangebote für Jugendliche stärken” im Tagungszentrum im Ministerium für Arbeit und Soziales in Magdeburg teil. An den vier Foren beteiligten sich Jugendliche, haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte der Jugendarbeit sowie VertreterInnen aus Politik und Verwaltung. Ziel der Veranstaltung war es, den Austausch über vorhandene Praxisbeispiele zur politischen Partizipation von Jugendlichen in Sachsen-Anhalt zu ermöglichen und gemeinsam Antworten zu den Fragen der aktuellen EU-Konsutlation “emPOWER•me! Politik mitdenken • mitgestalten • mitbestimmen” zu finden.

Begrüßung

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Christian Scharf, Leiter GOEUROPE.lkj). “Seit Ende 2010 führen wir begleitende Fachveranstaltung zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Sachsen-Anhalt durch. Ich freue mich, dass auch heute wieder einige Teilnehmende anderer Veranstaltungen und natürlich neue Gäste aus dem ganzen Land nach Magdeburg gekommen sind.”

Dialogforum "Politische Partizipationsangebote für Jugendliche stärken"Dialogforum "Politische Partizipationsangebote für Jugendliche stärken"

Einführung “emPOWER•me! Politik mitdenken • mitgestalten • mitbestimmen”

Ann-Kathrin Fischer von der Koordinierungsstelle für den Strukturierten Dialog in Deutschland stellte die aktuelle EU-Konsultation des Strukturierten Dialogs der EU-Jugendstrategie vor. Die Bearbeitung der europaweiten Konsultationsfragen läuft in Deutschland unter dem Motto “emPOWER•me! Politik mitdenken • mitgestalten • mitbestimmen” und wird vom Deutschen Bundesjugendring koordiniert.

Bis Ende Februar sind die Mitgliedstaaten der EU aufgefordert, in jugendpolitischen Veranstaltungen, Projekten oder aktuellen Dokumenten verschiedene Fragen zum Empowerment junger Menschen zur politischen Partizipation zu diskutieren und die Ergebnisse an die europäische Ebene weiterzutragen. Die Anregungen aus allen Mitgliedstaaten werden anschließend gebündelt und sollen in ein offizielles Dokument des EU-Jugendministerrates einfließen, in dem wichtige Empfehlungen für die Mitgliedstaaten zur Weiterentwicklung der Jugendpolitik formuliert werden.

In den anschließenden Foren wurden die zentralen Fragestellungen der EU-Konsultation behandelt.

Bereits seit 2010 finden Konsultationen von jungen Menschen im Rahmen der jugendpolitischen Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten der Europäischen Union statt. Dieses Verfahren wird als Strukturierter Dialog bezeichnet und soll sicherstellen, dass Jugendliche, Jugendorganisationen und weitere Akteure an der Gestaltung von Jugendpolitik auf europäischer Ebene beteiligt werden.

Austausch in den Foren

Jedes Forum behandelte eine zentrale Fragestellung, die mithilfe des Meinungs- und Erfahrungsaustausch über Praxisbeispiele in Sachsen-Anhalt bearbeitet wurde. Weitere Informationen zu den Foren und den Antworten befinden sich in der Veranstaltungsdokumentation, die Anfang März 2015 veröffentlicht wird.

Dialogforum-2015_011 Dialogforum "Politische Partizipationsangebote für Jugendliche stärken"

Forum 1 – Vertrauen stärken und gegenseitiges Verständnis zwischen Jugendlichen und PolitikerInnen fördern
Was braucht es, damit Jugend und Politik sich besser verstehen? Es bestehen zu viele Vorurteile übereinander und es wird zu schnell geurteilt, hier besteht ein großer Bedarf an (Wissens-)Vermittlung und Gesprächen miteinander. Jugendliche und PolitikerInnen müssen ermutigt werden, aufeinander zuzugehen und regelmäßig den Dialog zu suchen.

Forum 2 – Jugendbeteiligung nachhaltig ermöglichen
Mitmischen im System: Wie kann eine strukturierte Jugendbeteiligung aussehen? Zunächst sollten die Erwachsenen akzeptieren, dass Jugendliche eigene Formate und Kriterien für eine erfolgreiche Beteiligung haben. Politik und Verwaltung sollten sich zur Jugendbeteiligung bekennen, den Jugendlichen eine qualifizierte Betreuung zur Seite stellen und angemessene Beteiligungsanlässe definieren.

Forum 3 – Durch Jugendarbeit für Beteiligung fit machen
Inwieweit macht Jugendarbeit junge Menschen fit für Beteiligung? Jugendarbeit bietet besondere Möglichkeiten, um Demokratie erfahrbar und erlebbar zu machen. Die verschiedenen Formate (offen Jugendarbeit, Jugendverbände, Jugendbildung, Internationale Jugendbegegnung und Projekte) können die Interessen und Fähigkeiten Jugendlicher entsprechend berücksichtigen.

Forum 4 – Neue und alte Formen der Beteiligung nutzen
Wie können Online-Angebote, Flashmobs & Co. Jugendbeteiligung fördern? Alternative Angebote können aufgrund ihrer Nähe zur Lebenswelt der Jugendlichen zu einer stärkeren Jugendbeteiligung beitragen. Allerdings ist darauf zu achten, dass sie lediglich als Ergänzung zu bestehenden Beteiligungsformen gesehen werden und nur mit optimalen Rahmenbedingungen erfolgreich sind.

Dialogforum "Politische Partizipationsangebote für Jugendliche stärken" Dialogforum "Politische Partizipationsangebote für Jugendliche stärken"

Feedback der Teilnehmenden und Ausblick

Die Teilnehmenden gaben überwiegend positives Feedback. Insbesondere der praxisorientierte Erfahrungsaustausch, die Zusammensetzung der Gruppen und das Veranstaltungsformat sorgten für viel Zustimmung. Mitgenommen haben die Anwesenden u.a. neue Motiviation und Ideen für die eigene Arbeit sowie neue Kontakte. Die Ergebnisse der Foren werden von GOEUROPE.lkj) zusammengefasst und in das Online-Tool für den Strukturierten Dialog in Deutschland eingefügt. Vom 02. bis 19. Februar können alle jungen Menschen zwischen 15 und 30 Jahre über die Beiträge abstimmen.

Links

  • Strukturierter Dialog zum Empowerment junger Menschen zur politischen Partizipation (Link)
  • Strukturierter Dialog in Deutschland (Link)
  • Jugendpolitik in Europa (Link)

Fotos: Gerolf Mosemann