Jugendkulturfonds will Ideen fördern und Impulse setzen

Jugendkulturfonds will Ideen fördern und Impulse setzen

Pressekonferenz zum "Jugendkulturfonds" im Theatercafé Stendal.
Pressekonferenz zum “Jugendkulturfonds” im Theatercafé Stendal.

Am Freitag, den 26.2.2016,  stellte Kultusminister Stephan Dorgerloh im Theatercafé des Theaters der Altmark in Stendal zusammen mit der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V. den “Jugendkulturfonds” vor. Der Fonds soll kreative Köpfe aus Sachsen-Anhalt bei eigenen Projekten von und für junge Leute unterstützen – möglichst unkompliziert und unbürokratisch. 50.000€ hat Lotto-Toto Sachsen-Anhalt der .lkj) zur Verfügung gestellt, damit diese das Geld in kleineren Beträgen an die Projektinitiatoren weiterreichen kann.

Junge Menschen bis 27 und ältere Künstler, die ein Projekt für Kinder oder Jugendliche starten wollen, können sich mit einer konkreten Idee bei der .lkj) um eine Förderung bewerben. Dazu reicht es aus eine Interessensbekundung auszufüllen, die auf der Internetseite der .lkj) heruntergeladen werden kann. Dann entscheidet ein Team der .lkj) bestehend aus Axel Schneider, Torsten Sowada und Laura Schrader, ob die Förderung realisiert werden kann. „Ab sofort können Projektvorschläge bei uns eingereicht werden“, erklärt Axel Schneider, der Geschäftsführer der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V., „wir stellen uns darauf ein in diesem Jahr etwa 80-100 Projekte in ganz Sachsen-Anhalt zu fördern. Pro Projekt sind zwischen 500 und 1000€ an Unterstützungsgeld angedacht.“

Akteure, die den jugendkulturfonds unterstützen.
Akteure, die den jugendkulturfonds unterstützen.

Auch Kultusminister Stephan Dorgerloh sieht den Jugendkulturfonds als „Dünger im Land“: „Neben den alten etablierten Kulturschaffenden in Sachsen-Anhalt werden durch den Fonds neue Perspektiven geschaffen. Toll wäre es dadurch junge Leute zu einem längerfristigen Engagement zu ermutigen.“ Ein weiterer Vorteil des neuen Fonds ist die schnelle Abwicklung – schon vier Wochen nach der Bewerbung kann das eigene Projekt starten. Zudem sind der Art des kreativen Projektes keine Grenzen gesetzt: Ob ein HipHop-Workshop, ein Theaterprojekt, ein Konzert, eine Fotoausstellung oder interkulturelle Begegnungen – wichtig ist nur, dass das Projekt am Gemeinwohl orientiert und von bzw. für Kinder- und Jugendliche ist.

So auch das Projekt von Muhammad Al Zain (29) alias DJ Moe van Zee. Der junge Mann aus Damaskus, Syrien, ist in seiner Heimat ein erfolgreicher DJ und Musikproduzent. Nun lebt er seit neun Monaten in Stendal und leistet momentan einen Bundesfreiwilligendienst Flucht und Asyl. Sein Projekt sieht einen DJ-Workshop für Kinder und Jugendliche vor, dazu benötigt er jedoch noch die technische Ausstattung. Durch den Jugendkulturfonds bekommt er nun das Geld, um Technik für Workshops anzuschaffen. „Musik verbindet die Menschen“, so Al Zain, „ich möchte Kinder und Jugendliche zusammenbringen und dazu ermutigen eigene Musik zu machen.“ Wenn sein Projekt Anklang findet, möchte Muhammad Al Zain weitere musikalische Vorhaben realisieren: „Ich stelle mir ein kreatives Begegnungszentrum vor, in dem es eine offene Bühne und eine Radiostation gibt, aus der live gesendet wird.“ So kann der Jugendkulturfonds unter anderem auch sehr förderlich für eine Integrations- und Willkommenskultur sein. Dazu meint David Lenard vom Theater der Altmark: „Der Fonds soll junge Menschen unterstützen in der Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts Impulse zu setzen, die möglicherweise noch weitere Impulse hervorbringen und das Land vielfältig bereichern.“

Mehr Informationen und Antragsunterlagen sind hier zu finden.

Text und Bild: Diana Pfeifer